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Norbert Hofer geht als Klubobmann


Eisenstadt, 11.12.2025
​Norbert Hofer zieht sich als FPÖ-Klubobmann zurück und geht in die Privatwirtschaft. Ob er sein Landtagsmandat behält, ist noch offen. Der Pinkafelder wird zweiter Geschäftsführer bei der Beteiligungsgesellschaft Binder-Leitl Investment GmbH.

Der ehemalige FPÖ-Bundesparteiobmann, Bundespräsidentschaftskandidat und nunmehrige Klubobmann im Landtag sagte am Donnerstag gegenüber der APA, er wolle bis Jahresende über seine Zukunft nachdenken. Laut „Kurier“ soll Hofer zweiter Geschäftsführer der Beteiligungsgesellschaft Binder-Leitl Investment GmbH werden. Das bestätigte Hofer am Nachmittag gegenüber dem ORF Burgenland.

Rückkehr an alte Stelle

Dort war Hofer bereits von 24. Dezember 2024 bis 14. Februar 2025 als Geschäftsführer tätig. Der Pinkafelder legte damals seine Tätigkeit zurück, weil die politische Funktion des Klubobmanns nicht damit vereinbar war.

Geschäftsführer Andreas Binder und der frühere WKO-Präsident Christoph Leitl halten jeweils 40 Prozent an dem Unternehmen. Mit jeweils fünf Prozent beteiligt sind der frühere burgenländische Landeshauptmann Hans Niessl (SPÖ), der Nationalratsabgeordnete Hubert Fuchs (FPÖ) und der frühere ÖVP-Mandatar Karlheinz Kopf sowie Hofer.

„Werde immer politisch aktiv sein“

Erst vergangenen Oktober erklärte Hofer im „Burgenland heute“-Studiogespräch, die Rückkehr ins Burgenland sei ein Traum für ihn – mehr dazu in Hofer: Burgenland statt Hofburg. Jetzt steht fest, dass er nicht Klubobmann der burgenländischen FPÖ bleibt.

Ob er Landtagsabgeordneter bleibt, ist noch offen, ebenso, wer die Position des Klubobmanns übernehmen würde. Wie auch immer seine künftige Tätigkeit aussieht, „es ist kein Abschied aus der Politik, ich werde immer politisch aktiv sein für das Burgenland“, so Hofer. Doch jahrzehntelang in der Politik festzusitzen sei nicht sein Lebensziel. Er werde jedenfalls „immer politisch aktiv sein“ und die Freiheitlichen unterstützen.

Hofer: „Kann mir das nicht länger anschauen“

Der Pinkafelder sagte, er habe sich das aktuell debattierte Landesbudget angesehen und festgestellt: „Wenn Rot-Grün so weitermachen, ist das Land kaputt. Ich kann mir das nicht länger anschauen“, denn er sei jemand, der etwas verändern wolle.

Die FPÖ habe im Burgenland den ersten Platz bei der Nationalratswahl und den zweiten Platz bei der Landtagswahl erreicht. Nun könnte er sich in der Wirtschaft beweisen. „Ich habe es noch nicht entschieden, aber ich denke ernsthaft darüber nach“, kündigte Hofer die Entscheidung bis Jahresende an.

Präsidentschaftskandidatur „Entscheidung der FPÖ“

Offen ließ er ein etwaiges Antreten bei der Bundespräsidentenwahl 2028, zumal er immer wieder darauf angesprochen werde. Hofer sagte aber, dass die Kandidatur die Entscheidung der FPÖ sei. „Ich werde, egal wen meine Partei aufstellt, denjenigen bei der Bundespräsidentenwahl unterstützen.“

„Ich werde immer meiner Partei und meiner Linie treu bleiben und für jede Funktion zur Verfügung stehen, aber immer, wenn ich etwas verändern kann.“ Angebote aus der Privatwirtschaft habe es reichlich gegeben: „Ich kann entscheiden, ich bin nicht von der Politik abhängig.“

Tschürtz bedankte sich bei Hofer

FPÖ-Landtagsabgeordneter Johann Tschürtz hielt zum Abschluss der zweitägigen Budgetdebatte im Landtag eine Rede, die sich bereits stark nach Abschied anhörte. Er bedankte sich bei Hofer und wünschte ihm – auch im Namen der Fraktion – alles Gute. „Er hat etwas verändern wollen, das ist nicht in seinem Sinne gegangen und er wird sich in der Privatwirtschaft orientieren“, so Tschürtz.

Auch ÖVP-Klubobmann Bernd Strobl – mit ihm brachte Hofer zuletzt einen Misstrauensantrag gegen Doskozil ein – verabschiedete Hofer: „Norbert Hofer war und ist einer der bekanntesten Politiker unseres Landes, der sich mit unermüdlichem Einsatz viel Ansehen und Respekt erarbeitet hat. Unsere Zusammenarbeit war stets von Fairness, gegenseitiger Wertschätzung und einem konstruktiven Miteinander geprägt. Sein Rückzug aus der Landespolitik zeigt, dass politische Verantwortung immer auch persönliche Entscheidungen erfordert. Ich wünsche ihm für sein weiteres Schaffen alles Gute“, so ÖVP Klubobmann Bernd Strobl.